In zahlreichen Disziplinen stellen Mikroskope unverzichtbare Arbeitsgeräte dar, in Forschung und Routine ebenso wie in Schule, Unterricht und Studium. Darüber hinaus befassen sich nach wie vor nicht wenige ambitionierte Liebhaber und engagierte Amateure neben- oder außerberuflich auf hohem Niveau mit der Mikroskopie und sind darauf ausgerichtet, die Qualität der von ihnen eingesetzten Geräte und Verfahren bestmöglich zu perfektionieren. Wieder andere haben sich auf das Sammeln und Pflegen historisch interessanter und wertvoller alter Instrumente verlegt.

Während im angloamerikanischen Sprachraum mehrere erstklassige Fachzeitschriften existieren, welche nach aktuellen wissenschaftlichen Standards Peer-Review-basiert regelmäßig exzellente Beiträge aus dem Gesamtspektrum der Mikroskopie und ihrer Anwendungen veröffentlichen und in führenden wissenschaftlichen Datenbanken listen, besteht eine auch nur annähernd vergleichbare Vielfalt mikroskopischer Fachzeitschriften im deutschen Sprachbereich nicht. Dies erscheint aus mehreren Gründen wenig befriedigend:

Deutschsprachige Wissenschaftler, welche ihre Forschungsergebnisse in diversen englischen Fachjournalen publizieren können, haben vergleichbar eingeschränkte Möglichkeiten, die Inhalte ihrer Beiträge in äquivalenter Form auch in den deutschen Sprachraum zu transferieren. Nicht jeder kompetente Anwender im deutschsprachigen Raum hat aber die Mittel und Möglichkeiten, die jeweiligen englischen Journale zu beziehen bzw. zu lesen. Folglich gehen nicht wenige auf Englisch verfasste Artikel deutschsprachiger Autoren einer zusätzlich vorhandenen kompetenten Leserschaft im eigenen Sprachraum verloren.

Unter kulturellem Aspekt erscheint bedauerlich, dass man nicht wenige „gute Ergebnisse“ nur noch auf Englisch zur Kenntnis nehmen kann. Für manchen Nicht-Muttersprachler mag die englische Sprache notgedrungener Weise ein Verständigungsmittel darstellen, um international wahrgenommen zu werden; dennoch bleibt die eigene Muttersprache für die Mehrzahl der schreibenden Professionen das eigentliche persönliche Ausdrucksmittel, vor allem dann, wenn Inhalte möglichst nuanciert, differenziert und mit einem Höchstmaß an treffendem Ausdruck transferiert werden sollen. Diese Problematik bestätigt sich, wenn man sich mit akademisch gebildeten und sprachkompetenten englischen Muttersprachlern über englischsprachige Beiträge austauscht, welche von Nicht-Muttersprachlern verfasst wurden.

Für ambitionierte Amateure können zusätzliche Schwierigkeiten entstehen, wenn sie die Ergebnisse ihrer Arbeit in internationalen englischen Fachzeitschriften platzieren möchten, auch dann, wenn die präsentierten Ergebnisse hochkarätig sind. Neben möglichen sprachlichen Hürden kann ein Publikationsvorhaben scheitern, wenn ggf. bestimmte akademische Grade und Titel, oder universitäre Institutionen, nach denen solche Journale meist fragen, nicht vorhanden sind. Auf diese Weise können auch wertvolle Ergebnisse unbeachtet bleiben.

Aus dem vorskizzierten Spannungsfeld möchten wir die „Philosophie“ unserer Zeitschrift wie folgt ableiten:

  • Deutschsprachigen Wissenschaftlern möchten wir die Möglichkeit bieten, ihre Forschungsergebnisse in möglichst guter Journal-Qualität neben englischen Publikationen auch im deutschen Sprachraum zu publizieren.

  • Engagierten Amateuren möchten wir mit unserer Zeitschrift ein attraktives Medium bereitstellen, die Ergebnisse ihrer qualifizierten Arbeit einer breiten Leserschaft Barriere-frei zu präsentieren.

  • Ein fruchtbarer Dialog und Austausch zwischen professionellen Anwendern und ambitionierten Amateuren soll durch unsere Zeitschrift angeregt und gefördert werden.

  • Keine Disziplin, welche sich mit der Mikroskopie befasst, soll in unserer Zeitschrift ausgeschlossen werden.

  • Neben Forschungsartikeln und Reportagen über veröffentlichungswerte mikroskopische Beobachtungen sollen auch Review-Artikel einen festen Platz haben, in denen bestimmte Methoden oder Verfahren so eingehend dargelegt werden, dass sie von interessierten Lesern aufgegriffen und nachvollzogen werden können.

  • Auch Artikel aus dem pädagogischen Bereich sind uns willkommen; diese sollten geeignet sein, das Interesse der Jugend an der Mikroskopie zu wecken und konstruktive Anregungen geben, das Mikroskop in Schule, Unterricht und Ausbildung kreativ einzusetzen.

  • Experimentelle „Nachwuchs-Beiträge“ engagierter Schüler oder schulischer Arbeitsgemeinschaften, beispielsweise aus den Wettbewerben „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ können ebenfalls zur Veröffentlichung eingereicht werden, sofern sie Aspekte der Mikroskopie berühren bzw. das Mikroskop als Arbeitsgerät eingesetzt wurde.

  • In Würdigung der speziellen Bedeutung der Mikrofotografie haben wir eine Rubrik „Das besondere Foto“ vorgesehen, in welcher Mikrofotos präsentiert und methodisch beschrieben werden, die im Hinblick auf ihre technische, inhaltliche oder ästhetische Qualität herausragend sind.

  • Nicht wenige praktische Anwender befassen sich neben der aktiven Mikroskopie auch mit dem Sammeln und Pflegen alter, historisch wertvoller Instrumente oder der Geschichte mikroskopischer Gerätehersteller. Beiträge zu dieser Thematik können in der speziellen Rubrik „Collector´s Corner“ vorgestellt werden.

  • Herstellern möchten wir die Möglichkeit geben, unseren Lesern Neuentwicklungen aus ihrem Produkt-Portfolio vorzustellen (Rubrik „Mitteilungen aus der Industrie“)

  • Buchautoren und -herausgeber können uns Berichte oder Rezensionen über ihre Werke zur Verfügung stellen.

  • Dem fachübergreifenden Ansatz unserer Zeitschrift entsprechend, gehören die Mitglieder unserer Schriftleitung unterschiedlichen Fachbereichen an. Neben wissenschaftlich ambitionierten Entwicklern und Autoren, welche ihrerseits auch in internationalen Peer-Review-Journalen publizieren, haben wir auch erfahrene Praktiker zur aktiven Mitarbeit in unserer Schriftleitung gewinnen können, welche ihre spezielle Expertise gerne einbringen.

  • Zur Sicherstellung eines adäquaten Niveaus durchlaufen unsere Forschungs- und Review-Artikel ein Peer-Review-Verfahren. Eine zeitnahe Beurteilung eingereichter Arbeiten wird ausdrücklich angestrebt.

  • Wir möchten mit unserer Leserschaft in stetigem Dialog und Meinungsaustausch stehen. Aus diesem Grund sind uns Leserzuschriften ausdrücklich willkommen. Anschreiben unserer Leser können in der Rubrik „Leserbriefe“ abgedruckt werden; redaktionelle Kürzungen eingesandter Briefe behalten wir uns vor. Zusätzlich können Zuschriften unserer Leser auch in der Rubrik „Diskussion“ präsentiert werden, wenn Sie sich in besonderer Weise mit publizierten Artikeln auseinandersetzen oder mit grundsätzlichen Themen von interdisziplinärer Relevanz befassen. In der Rubrik „Diskussion“ werden die jeweiligen Leserzuschriften von unseren Autoren, Mitgliedern unserer Schriftleitung, externen Peers oder dem Herausgeber unserer Zeitschrift kommentiert.


Darüber hinaus freuen wir uns auch über jede sonstige konstruktive Anregung und Kritik. Wir möchten unsere Leser und Abonnenten ausdrücklich ermuntern, uns auch spezielle Wünsche mitzuteilen, so dass wir die Interessensgebiete unserer Leser bei der Auswahl publizierter Themen weitestmöglich berücksichtigen können.

 

 

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